Manchmal erscheinen ja so im Rückblick noch mal ganz andere Punkte wichtig, als die, die man in der Vorbereitung zu einem Event im Auge hatte. Bei diesem wundert es mich ein wenig, dass es mir erst in der Nacht vor dem Weltyogatag in den Sinn kam – obwohl, so lange wie ich wach lag wundert es mich eigentlich doch nicht mehr. Ich war aufgeregt, freute mich gleichzeitig und hatte aber auch wieder diese altbekannte Anspruchs-Stimme im Kopf.
All diese Gefühle und Gedanken kamen in Wellen. Ich versuchte sie so gut ich konnte zu surfen und dann sacht und leise mit ihnen zusammen am Ufer anzulanden. Aber manche Welle zog mir das Brett unter den Füßen weg. Das Unwohlsein im Bauch, der angespannte Nacken aber dann und wann doch ein kleines ungläubiges Lächeln, dass mir signalisieren sollte: „Hey, Du machst da ein tolles Angebot und jeder darf sich das mitnehmen und herauspicken, was für ihn und sie hilfreich ist!“ Wir müssen nicht perfekt sein. Wir haben alle kleine blinde Flecken, Eigenarten oder Vorstellungen, die man manchmal nur ganz schwer loswerden kann. Also, was soll der ganze Druck und die fortwährende Eigenbewertung? Schließlich ist es ja YOGA. Wenn nicht da, wo sonst darf Verständnis, Wohlwollen und Loslassen aktiv gelebt werden?!
Und so saß ich dann schließlich gestern, an diesem 21.6.2025, dem Weltyogatag und dem Tag, an dem wir auch gleichzeitig die Sommersonnenwende feiern, auf einer Wiese vor einer wunderbaren Gruppe von Teilnehmern, umgeben von Bäumen und über mir der wolkenlose blaue Himmel. Im Hintergrund tobte das pure Sommer-Leben am Badesee und wir hatten uns hier eine kleine eigene Insel geschaffen. Ich hatte alles andere ausgeblendet und spürte, wie ich nur für meine 14 Yogis und Yoginis in eine Welt abtauchte, in der ich mein Wissen und meine Erfahrungen aus tiefster Überzeugung teilen durfte. Ich erinnerte daran, dass wir durch den Yoga in der Welt und das eigene Praktizieren Verbindung erfahren. Nach außen und innen. Und auch die Rhythmik und zyklischen Abläufe der Natur in die wir eingebunden sind, aber auch die unseres eigenen Seins sind so umfassend, dass es erstaunlich ist, wie selten wir diese Zusammenhänge bewusst wahrnehmen.
Und so hatte ich vielleicht ganz unbewusst meine Stunde genau auf diesen Prinzipien der Verbindung, nämlich von Atemfluss und Bewegung in Zusammenhang mit meditativem, ruhigem Flow zum Klang meiner Ocean-Drum aufgebaut, um dann eine noch tiefere Verbindung im Yoga Nidra zu ermöglichen.
Nach dem abschließenden AUM-Chanten schauten mir durchweg glasig-gelöste und ein paar entspannt-müde Äuglein entgegen. Die Energie war gelöst-ruhig und echte Stille und Einkehr war zu spüren. Das erfüllte mich tatsächlich sehr und ich bin dankbar für euer so liebevolles Feedback. Nach solchen Runden denke ich oft: „Warum hast Du dich eigentlich so verrückt gemacht!? Wir sind doch hier alle in einer wohlwollenden Haltung uns gegenüber.“ Aber vielleicht müssen wir das eben erst wieder lernen – ich empfinde in vielen Situationen im trubeligen Alltag genau das Gegenteil; dass Menschen schon bei den kleinsten „Unwägbarkeiten“ schroff reagieren und wir auch uns selbst gegenüber zu wenig freundlich sind.
Umso schöner fand ich unsere große gemeinsame Abschlussrunde unter der alten Eiche! Mit meiner Begleitung an der Ocean-Drum und mit Klangschalen-Sound ließen wir mit Kerstins Mantragesang den Tag ziehen und ich bin mit einem warm-gefüllten Herz wieder nach Hause gefahren – Wir sehen uns spätestens im nächsten Jahr wieder, damit wir auch wieder einen guten Zweck in der Region unterstützen können. Dieses Jahr sind 1.200 Euro aus den Anmeldegeldern für unsere Kurse, die wir unentgeltlich angeboten haben, zusammen gekommen und gehen an den Gifhorner Kinderfonds: „Kleine Kinder immer satt“. Vielen Dank für Eure Spenden und die tolle Zeit zusammen!
